Umwelt

Empfehlungen klimaangepasste Garten- und Außenbereiche

Begrünungsmaßnahmen auf dem eigenen Grundstück beeinflussen nicht nur die Temperatur im Haus und der Umgebung, sondern auch die Temperatur in der Nachbarschaft. Hier sind konkrete Empfehlungen für eine grünere Gestaltung und für eine Vorbereitung auf sich verändernde Umweltbedingungen wie extreme Hitze und Regenfälle.

Garten- und Außenbereiche des Grundstücks

Die Gestaltung Ihrer Garten- und Außenbereiche hat nicht nur eine optische Wirkung, sie beeinflusst auch die Oberflächentemperatur und die Wasserspeicherung Ihres Grundstücks. Besonders wichtig ist die Wahl der richtigen Materialien. Materialien wie Asphalt oder Beton speichern viel Wärme und heizen sich stark auf. Begrünte oder wasserdurchlässige Flächen bleiben dagegen kühler und helfen dabei, Regenwasser besser aufzunehmen. Außerdem können Sie bei der Auswahl der Materialien auf den CO₂-Fußabdruck achten. Der CO₂-Fußabdruck zeigt an, wie viel Kohlenstoff während des Lebenszyklus eines Produkts verbraucht wird: von der Rohstoffgewinnung, der Herstellung, dem Transport und der Nutzung bis hin zur Entsorgung. Ein geringer Abdruck steht für eine umweltfreundlichere Produktion.

Wasserdurchlässige Freiflächen (auch entsiegelte Flächen genannt) sind auf Ihrem Grundstück besonders sinnvoll. Sie ermöglichen die Versickerung von Regenwasser in den Boden und verhindern, dass es sich an der Oberfläche staut. Gerade bei den Starkregenereignissen in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, wie wichtig solche Flächen sind, um große Regenmengen besser aufzunehmen und die Kanalisation zu entlasten. Das Wasser kann so gespeichert werden, dass es nicht direkt in das öffentliche Abwassersystem gelangt. Die entsiegelte Freifläche trägt auch zu einer geringeren Oberflächentemperatur im Vergleich zu anderen Oberflächen wie Asphalt oder Kies bei. In der Bauordnung NRW (BauO § 8 (Öffnet in einem neuen Tab)) ist eine wasserdurchlässige Oberfläche auf Freiflächen bereits vorgeschrieben, daher bitten wir Sie, dies zu berücksichtigen.

Wir empfehlen Ihnen, im Optimalfall 75 % Ihrer Garten- und Außenbereiche als offene, unversiegelte und idealerweise begrünte Fläche, z. B. als Rasen, zu belassen. Verzichten Sie dabei auf die Anlage von Schotter- und Kiesgärten oder ausgedehnten versiegelten Flächen, da diese nicht nur tagsüber, sondern auch nachts Wärme speichern und abgeben und so höhere Temperaturen fördern. Rasenflächen haben im Vergleich dazu den gegenteiligen Effekt. So beträgt die nächtliche Temperatur von Asphalt während einer Hitzeperiode im Durchschnitt 29 °C und die des Rasens 22 °C.

Rasenflächen haben auch wirtschaftliche Vorteile, da sie von der Entwässerungsgebührenzahlung befreit sind. Für den Fall, dass Sie feste Oberflächen benötigen, wie z. B. Parkplätze, empfehlen wir Ihnen außerdem die Verwendung von Ökopflaster. Dies sind Pflastersteine, die jedoch wasserdurchlässig sind. Aufgrund seiner Regenwasserfilterkapazität ist dieses Material gemäß der Entwässerungssatzung (Öffnet in einem neuen Tab) (und ihrer Aktualisierung (Öffnet in einem neuen Tab)) der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) zu reduzierten Entwässerungsgebühren berechtigt. Diese Satzung enthält auch Informationen zum Thema Hochwasserschutz im unbebauten Bereich Ihres Grundstücks.

Grafik: Eigenschaften verschiedener Oberflächen

Unsere Handlungsempfehlungen:

  • Wir empfehlen Ihnen, im Optimalfall, 75 % Ihrer Garten- und Außenbereiche als offene, unversiegelte und idealerweise begrünte Fläche, z. B. als Rasen, zu belassen.
  • Die restlichen 25 % Ihrer Garten- und Außenbereiche können beispielsweise für die Errichtung von Zuwegen, Zufahrten, Terrassen oder als Spritzschutz am Haus verwendet werden.
  • Wenn Sie für die zuvor genannten Flächen wasserdurchlässige Materialien wie Ökopflaster nutzen, tragen Sie gleichzeitig zum Hochwasserschutz bei.
  • Die Errichtung von Splitt-, Kies- und Schotterflächen ist zu vermeiden. Laut der Bauordnung NRW (Öffnet in einem neuen Tab) ist das Anlegen solcher Flächen untersagt.
  • Für jeweils zwei bis drei Parkplätze für Personenkraftwagen empfehlen wir Ihnen einen heimischen und standortgerechten Baum zu pflanzen, um ausreichend Schatten für die geparkten Fahrzeuge zu spenden. 

Sträucher und Bäume

Haben Sie sich bereits über einen Garten mit heimischen, standortgerechten und naturverträglichen Pflanzen Gedanken gemacht? Dieser bietet viele Vorteile.

Heimische Pflanzen unterstützen die heimische Artenvielfalt, indem sie Nahrungsquellen und Lebensraum für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere schaffen.

Standortgerechte Pflanzen sind optimal an die Bedingungen ihrer Umgebung angepasst. Da es sonnige, schattige oder halbschattige Plätze gibt, sollte die Pflanzauswahl stets auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt sein.  

Naturverträgliche Pflanzen sind Arten, die die heimische Tier- und Pflanzenwelt nicht beeinträchtigen. Dazu können auch Pflanzen gehören, die ursprünglich nicht aus der Region stammen, solange sie sich nicht unkontrolliert ausbreiten und andere heimische Pflanzen verdrängen. Wichtig ist, dass sie sich gut in das bestehende Ökosystem einfügen. Die folgende Abbildung zeigt, worauf Sie bei der Auswahl geeigneter Pflanzen achten sollten. 

Grafik: Auswahlkriterien für Gartenpflanzen 

Werfen Sie einen Blick in die PflanzempfehlungenPDF-Datei555,86 kB der Stadt Leverkusen. Hier werden heimische, standortgerechte und naturverträgliche Pflanzen berücksichtigt. Auch die Website Natura DB (Öffnet in einem neuen Tab) gibt Empfehlungen für heimische, standortgerechte und naturverträgliche Pflanzen.

Vermeiden Sie Pflanzen, die keine signifikante Kühlwirkung haben und nicht einheimisch und typisch für Ihre Region sind.

Unsere Handlungsempfehlungen:

  • Um zur Artenvielfalt Ihrer Garten- und Außenbereiche beizutragen, sollten Sie zusätzlich zur Rasenfläche eine Vielzahl von Pflanzenarten unterschiedlicher Größe pflanzen. Wenn Sie auf mindestens 15 % Ihrer Grundstücksfreifläche standortgerechte und naturverträgliche Sträucher und Hecken pflanzen, wird Ihr Garten ästhetisch aufgewertet und die Artenvielfalt erhöht.
  • Bei einer Garten- oder Außenfläche von mehr als 150 m² empfiehlt es sich, einen standortgerechten und naturverträglichen Baum zu pflanzen. 
  • Falls Ihre Garten- und Außenbereiche weniger als 150 m² groß sind, erwägen Sie, einen größeren Teil Ihrer Fläche mit heimischen, standortgerechten und naturverträglichen Sträuchern und Hecken zu bepflanzen.

Alle Handlungsempfehlungen als PDF

Cover Handlungsempfehlungen für die grüne Stadt der Zukunft

Hier finden Sie den vollständigen Leitfaden zu unseren Handlungsempfehlungen als PDF-Datei. Er wurde vom Co-Site Projekt der TH Köln und der Stadt Leverkusen gemeinsam entwickelt und basiert auf zentralen städtischen Strategien. Ziel ist es, ihn als Orientierungshilfe zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung anzuwenden. Entdecken auch Sie, wie Sie Ihr Grundstück klimaangepasst gestalten können. Viel Spaß beim Lesen!

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